Ausgangslage
Auf dem Landwirtschaftsbetrieb in der Talzone war eine Erweiterung der Milchviehhaltung ge-plant. Der bestehende Anbindestall eignete sich weder für einen Um- noch für einen Ausbau und bot zudem zu wenig Kapazität für die vorgesehene Aufstockung des Tierbestands. Eine Erwei-terung des bestehenden Betriebsgebäudes wäre nur mit erheblichem baulichem und wirtschaftli-chem Aufwand möglich gewesen. Da sich ein Neubau im Bereich der bestehenden Hofgebäude nur schwer sinnvoll integrieren liess, wurde dafür die angrenzende, betriebsnahe Parzelle vor-gesehen. Im Rahmen einer Voranfrage wurde der vom Betrieb abgesetzte Standort vorab ge-prüft. Der geplante Neubau, der durch die bestehende Obstanlage vom Hofensemble getrennt ist, wurde klar befürwortet, da die Unterbrechung der Obstanlage die Qualität des bestehenden Hofensembles bewahrt.
Aufgabe
Projektierung eines Laufstallneubaus für 46 Milchkühe mit Abkalbe- und Separationsbox, zwei Kälberboxen mit Laufhof, Milchraum, Melkstand, Büro-/Technikraum, WC, Futtertenne, Heuraum und Jauchekasten.
Der Neubau war in das leicht nach Osten abfallende Gelände zu integrieren und wurde entlang der Höhenlinien angeordnet, jedoch leicht von der bestehenden Flurstrasse abgedreht positio-niert. Durch das asymmetrische Satteldach fügt sich das Gebäude überzeugend in das Terrain und das Landschaftsbild ein.
Konstruktion
Die Fundation, der Milchraum mit Melkstand sowie das Jauchelager wurden in Stahlbeton ausge-führt. Der Oberbau besteht aus einer Holzkonstruktion mit vertikaler, naturbelassener Holzscha-lung. Das Dach wurde als Binder- und Sparrenpfettenkonstruktion konzipiert und mit braunen Faserzementwellplatten eingedeckt. Auf eine ursprünglich vorgesehene Eindeckung mit isolier-ten Profilblechen wurde im Zuge der Arbeitsvergabe verzichtet, da sich die Preis- und Liefersi-tuation während der Coronakrise als zu unsicher erwies.
Besonderheiten
Der Laufstallneubau konnte, durch die bestehende Obstanlage räumlich leicht von den Be-triebsgebäuden abgesetzt, realisiert werden. Das Jauchelager wurde in L-förmiger Ausführung ohne Querkanal erstellt. Das in der Ecke angeordnete Rührwerk ermöglicht die gleichzeitige Durchmischung beider Schenkel. Dank des nach Südosten orientierten Laufhofs profitieren die Kühe im Winter von einer optimalen Sonneneinstrahlung.
















